Tageswanderung der SG Letter 05 im Wesergebirge

Wandern ist das eine, aber eine naturkundliche und geschichtsträchtige Führung dazu zu bekommen, ist schon eine ganz andere Art des Erlebens. Der lizenzierte Wanderleiter Josef Schefczyk von der Sportgemeinschaft Letter 05 versteht dies wie kein anderer, die Teilnehmer auf seinen Wegen für Land und Natur zu begeistern. Es gibt immer wieder Neues und Wissenswertes zu sehen und zu hören. Darum begaben sich 14 SG ler zu einer 16 Kilometer langen Wanderung auf die „Drei-Burgen-Route“ im Wesergebirge.

Herrliches Spätsommerwetter verbreitete sofort gute Laune und nach kurzer Einweisung auf dem Parkplatz Schneegrund, startete die Tour zunächst am Waldesrand unterhalb des Wesergebirgskamms, oft mit schönen Ausblicken ins Wesertal.

Wanderleiter Josef Schefczyk klärte zu den Gefahren für den Wald, wie den Buchdruckerkäfer und Krankheiten der Bäume, wie die Rußrindenkrankheit, die auch den Menschen gefährden können (Atemwegserkrankungen), auf.

Nach zwei Stunden erreichten die Wanderer ihr erstes Etappenziel, die Schaumburg. Vor den Toren der Burg steht noch heute eine ca. 600- jährige „Blutlinde“, die der Überlieferung nach mit einer Sage in Verbindung einhergeht. Hier hatte im 1400 Jahrhundert ein Mädchen ihre Unschuld beteuert. Sie wurde in einem Hexenprozess angeklagt und zu Tode verurteilt. Als die Wasserprobe im Burgteich erfolgen sollte, ergriff sie einen Lindenzweig und rief: „So wahr dieses Lindenreis (Zweig). das ich hier pflanze, grünen und blühen wird, bin ich unschuldig!“ Und genau an dieser Stelle, dem Ort des Geschehens wuchs die „Blutlinde“.

Nach kurzer Pause verließen alle den grausamen Ort und der Weg wurde fortgesetzt, eine weitere Burg im Blick.

Ein historischer Passweg führte zur frühmittelalterlichen Osterburg. An dieser Burg könnte man vorbeilaufen ohne Wanderleiter. Hinweistafeln mit Skizzen veranschaulichen das Gemäuer, die Ruine, aus der frühmittelalterlicher Zeit, die heute nur noch aus Wällen und Gräben besteht, der Rest ist verfallen.

Dann begann der anstrengende Aufstieg auf den Wesergebirgskamm. Konditionell hielten alle mit. Auch die über 70 Jährigen stellten sich der Herausforderung und wurden auf dem Berg belohnt mit dem Blick auf ein weiteres Naturdenkmal die sogenannten „Springsteine“ am Deckbergener Pass. Naben dem Kammweg sind Felsnasen, Spalten und Höhleneingänge zu bestaunen. Die Springsteine bestehen aus Korallennoolith, dass sich aus Korallen und Muschelschalen eines urzeitlichen Meeres einst bildeten und durch Erdplattenverschiebungen nach oben gedrückt wurden. Sie bilden die heutigen Felsklippen.

Zuletzt wurde die Paschenburg erwandert, die aber tatsächlich niemals eine Burg war, sondern ein im Stil eines Jagdschlosses erbautes Forsthaus.

Von dem neben der Paschenburg stehenden Bergfried aus gibt es eine weit ins Land reichende schöne Aussicht. Hier erzählte Schefzcyk am Mäumkenloch noch die unglückliche Liebesgeschichte einer Wichtelkönigin, die der Sage nach dort wohnte und eine Affäre mit dem Grafen zu Schaumburg hatte. Als die Gräfin ihren Gatten in flagranti erschwischte, musste dieser schwören nie wieder zum Mäumkenloch zu reiten. Die Wichtelkönigin war außer sich und rief, der Graf solle wieder zu ihr kommen oder sein Besitz würde an fremde Erben verfallen. Der Graf kam nicht. Die männlichen Nachkommen blieben aus und das Geschlecht der Schaumburger starb aus und das Land wurde aufgeteilt (Haus Hessen, Lippe und Hannover).

In der Schlussetappe im Naturschutzgebiet wurde noch ein kleiner Abstecher zu einer abgestorbenen Rotbuche unternommen. Schön zu sehen waren hier die Zunderschwämme. Hier erklärte Josef Schefczyk noch Zersetzungsprozesse und die alte Verwendung von Zunder als ausdauerndes Brenn- und Verbandsmaterial. An einem mitgebrachten Zunderlappen der aus Rumänien stammte, konnten die Teilnehmer das „vegane Leder“ erfühlen.

Zuletzt folgte ein etwas steiler Abstieg, ehe alle Teilnehmer nach 16 km wieder beim Parkplatz ankamen. „Das war eine tolle Tour!“, teilte einer der Mitgereisten mit und alle bedankten sich beim Wanderleiter für den tollen Tagestrip im Wesergebirge. Wer nun Lust bekommen hat, die Tour selbst einmal zu Laufen, der kann sich gern Tipps beim Wanderleiter Josef Schefczyk holen. Einfach eine Mail schicken wandern@sg-letter-05.de.

Natürlich können wir die Wanderung auch gern mal wiederholen, wenn das Interesse groß ist. Die nächste Tour ist aber wieder kürzer!“ , verrät der Wanderleiter.

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