Sagenhafte Wanderung der SG Letter 05 zur Teufelskammer

Am 27. 02 startete die SG Letter 05 in die neue Wandersaison. Morgens um 10 Uhr trafen sich 17 Wanderer der SG Letter 05 zu einer 13km langen Wandertour im Deister. Bei strahlendem Sonnenschein führte der Wanderleiter Josef Schefczyk die Gruppe vom Startpunkt Nienstedter Pass zu einer ehemaligen Bergschmiede. Hier erzählte Schefczyk, dass die Schmiede früher einmal zum Stollen Grüner Brink gehörte und sogar bis zum Jahr 2000 bewohnt wurde. Nachdem die Wallmann-Schutzhütte passiert wurde folgte der Aufstieg zum „Nienstedter Blick“. Hier bei einer sehr schön sichtbaren Felsformation erklärte Schefczyk, das es sich dabei um etwa 100 – 140 Millionen Jahre alten Wealdensandstein handelt in dem Kohleflöze eingelagert sind. Das konnten die Teilnehmer vor Ort besichtigen, weil hier ein kleines Kohlenflöz zu Tage bricht. Die erste nachweisbare Kohleförderung erfolgte 1639 und über mehrere Jahrhunderte war der Steinkohle-Bergbau ein bedeutender Wirtschaftsbereich am Deister. Im Jahr 1959 wurde der Klosterstollen in Barsinghausen und als letzter der Trutzbergstollen 1960 geschlossen. Die Mächtigkeit der Kohleflöze betrug maximal 1m Höhe, so dass ein weiterer Abbau unwirtschaftlich wurde. Der Kohle wegen wurde 1872 auch die Deisterbahn gebaut, um auf kurzem Weg Hannover zu erreichen. Vom Nienstedter Blick konnte bei gutem Fernblick das Auge weit ins Wesertal schauen, hier wurde eine Pause eingelegt. Das Atomkraftwerk Grohnde ist Ende 2021 stillgelegt worden und somit waren die früher gut zu sehenden Dampfwolken nicht mehr zu sehen. Nach der Pause ging es die Lauenauer Allee hinunter zum Lauenauer Ortsteil Blumenhagen. In dem bekannten und urigen Waldlokal „Forsthaus Blumenhagen“ wurde zum Mittagessen eingekehrt. Ein echtes Kleinod und schon lange kein Geheimtipp mehr. Gut gestärkt ging es danach auf dem Wallmannweg zurück in Richtung Wallmannhütte. Dabei wurde durch den langen Anstieg – und die Sonne trug ihren Teil dazu bei – den Wanderern schön warm unter den Jacken. So wurde an der Hütte nochmal eine kurze Pause eingelegt, bevor ein kurzer knackiger Aufstieg in die Teufelskammer folgte. Kurz vor dem Deisterkamm führte Schefczyk die Gruppe zur Teufelskanzel. Auf diesem 37m³ großen Felsblock erzählte der Wanderleiter die Sage vom Riesen Düsterer, der Herrscher der Wälder werden wollte, aber nicht wusste, wie er das anstellen sollte: „Als ihm eines Abends im Wald ein seltsames Wesen begegnete das stark nach Schwefel roch und sich als Herrscher der Unterwelt ausgab. Das Wesen versprach Düsterer ein Schriftstück auszustellen, dass er nur dem Fürsten vorlegen sollte, damit würde er durch den Fürsten die Herrschaftsrechte zugewiesen bekommen. Dafür brauchte Düsterer nach seinem Tode nur seine Seele dem seltsamen Wesen überlassen. Was sollte ich nach meinem Tod noch mit meiner Seele, dachte sich Düsterer und schlug ein. Als er am nächsten Tag eilig zum Fürsten ging um mit dem Schriftstück seine Herrschaftsrechte verliehen zu bekommen, lachte der Fürst ihn aus und zeigte ihm einen großen Stapel Schriftstücke mit selbigen Inhalt, der nichts wert war. Da wusste Düsterer, dass er hereingelegt wurde und eilte wütend sogleich an die Stelle an der er die Gestalt das erste Mal erblickte. Diesmal am helllichten Tag erkannte er in dem Wesen den Leibhaftigen und forderte ihn auf, den Vertrag sofort zurückzunehmen. Da lachte der Teufel und verspottete den Riesen, weil er so dumm war seine Seele zu verkaufen. Den Riesen packte eine gewaltige Wut und er riss große Felsen heraus und warf nach dem Teufel, der rasch in einer Spalte im Untergrund verschwand!“ Deshalb liegen heute überall in der Teufelskammer so große Felsbrocken herum. Der größte davon ist die Teufelskanzel an der sich die Gruppe jetzt befand.
Mit diesem Grusel im Nacken begab sich die Gruppe vorbei an einem alten Steinbruch und dem Nordmannsturm, zurück zum Ausgangspunkt. Hier bedankten sich die Wanderer für diese schöne und erlebnisreiche Tour im Deister.

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