Radwanderung der SG Letter 05 „Kraftwerksrunde“

Erstmalig organisierte die SG Letter 05 eine Radwanderung. Zwölf Radwanderer machten sich am 16.06. auf den Weg zu einer vom Wanderleiter Josef Schefczyk organisierten „Kraftwerksrunde“. Es war die 25. Wander-Veranstaltung der SG Letter 05.

Nach einer kurzen Einweisung startete die Gruppe vom Leinestadion zum Lindener Stichkanal.

In Ahlem, südlich des Kanals, war das imposante, übrig gebliebene Maschinenhaus der ehemaligen „Großkraftwerk Hannover AG“ zu sehen. Schefczyk erzählte von Bau, Größe und Bedeutung des 1922-24 mit einer Leistung von 38,5 MW gebauten Kraftwerks. In diesem Zusammenhang wurden auch der 1910 bis 1915 gebaute Lindener Stichkanal erwähnt, der eine wichtige Wasserstraße für den Transport von Kohle aus dem Ruhrgebiet zum Kraftwerk war. Teilweise wurden die Kessel auch mit Kohlen aus dem Deister befeuert, die über die Bahn angeliefert wurden. Um 1955 wurde das Kraftwerk durch den damaligen Eigentümer, die Preussen Elektra AG (heute EON) stillgelegt. Später wurde das noch erhalten gebliebene Maschinenhaus an ein Künstlerehepaar verpachtet.

Pünktlich erreichte die Gruppe ihr Tagesziel, das historische Wasserkraftwerk „Schneller Graben“. Hier wurde die Gruppe für eine Führung durch die Anlage von „enercity“ Mitarbeiter Stephan Schröter in Empfang genommen. „Das heute unbesetzte historische Wasserkraftwerk ging 1922 in Betrieb und feierte kürzlich seinen 100. Geburtstag“, erzählte Schröter. Seit dieser Zeit wird dort von „enercity“ ökologisch produzierter Strom ins Netz eingespeist. Jährlich etwa 3,1 Millionen kWh. Zuerst wurde der Wassereinlauf mit den automatisierten Rechen erklärt, die den Wasserzustrom zu den Turbinen sichern sollen. Anschließend wurde der rückwärtige Wasserauslass besichtigt, bevor die Maschinenhalle betreten wurde. Hier staunten die Teilnehmer über die alte, bis heute fast unveränderte und zuverlässige Technik der Anlage. Ein echtes Museum, es wurden viele Bilder gemacht, bevor es zum Abschluss wieder nach draußen ging. Hier konnte noch das historische Wehr mit dem Kleeblattwappen von 1745 besichtigt werden. Zum Schluss erzählte Schröter noch einige humorvolle Anekdoten über das damalige Betriebspersonal der Anlage. Nach Aufnahme eines Gruppenfotos bedankten sich alle Teilnehmer bei Schröter für die interessante Führung über die Anlage.

Nun sollte eigentlich weitergefahren werden, aber ein „Platten“ verhinderte dies. Kurzum holte Schefczyk seine Pumpe aus der Tasche und pumpte den Reifen wieder auf. „Sollte halten bis nach Haus“, meinte er. Nachdem der Maschsee umrundet wurde, fuhr die Gruppe an der Ihme entlang zur Glocksee. Hier konnte Schefczyk als ehemaliger „enercity“ Mitarbeiter noch einige historische und aktuelle Geschichten selbst beitragen. Zum ehemaligen Gaswerk und dem heute unter Denkmalschutz stehenden Gasometer. Und natürlich die „Drei warmen Brüder“, das HKW-Linden mit seinen beiden Gasturbinen. Das wird Thema einer weiteren Wanderveranstaltung werden, versprach Schefczyk.

Nach so viel Technik freuten sich alle über die Weiterfahrt und mittags Einkehr in einem gemütlichen Gartenlokal in der Steintormasch. Gut gestärkt führte der Weg über die Leine und am Stichkanal entlang zur alten Kanalbadeanstalt Letter. Hier beendete der Wanderleiter die Tour, wofür sich die Teilnehmer abschließend bedankten. Und der „Platten“ hat gehalten!

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