Nach dem Sturm! Deisterwanderung der SG Letter 05

Nachdem sich der Sturm in der Nacht vom Samstag auf Sonntag, den 20.06. gelegt hatte, zeigte sich der Deister bei bestem Wanderwetter von seiner schönen Seite. Wanderleiter Josef Schefczyk von der SG Letter 05 freute sich mit seinen 8 Teilnehmern über beste Bedingungen für diese Tagestour mit einer Länge von 14,5 Kilometern.

Nach einem sportlichen Anstieg auf dem Spalterhalsweg, wurde nach einer Stunde Gehzeit an einer Schutzhütte eine verdiente Pause eingelegt. Hier erklärte Schefczyk die krankhafte Veränderung an der Krone einer Rotbuche als Folge der vergangenen trockenen Jahre.

Nach der Pause ging es weiter durch einen schönen Fichtenhochwald zur Bössquelle.

In Teilbereichen des Waldes konnte eine Wiederaufforstung der abgeholzten Fichten beobachtet werden. Hier wurden Douglasien und andere Gehölze für einen zukünftig widerstandsfähigeren gemischten Waldbestand gepflanzt.

An der Bössquelle angekommen musste ein Teilnehmer verwundert feststellen, dass die Quelle nur ein kleines Rinnsal war und sich nur schlecht für die Bevorratung seiner Trinkflasche eignete. Der Bereich ringsherum war Teil der Trinkwassergewinnung der Stadt Barsinghausen. Aus diesen Quellen und Stollenwasser aus alten Kohlebergwerken im Deister wird zusammen mit Brunnenwasser aus dem Deistervorland das Trinkwasser aufbereitet, erklärte Wanderleiter Josef Schefczyk.

Dann ging es nochmal eine kurze Steigung hinauf auf den Kammweg. Hier traf die Gruppe auf den europäischen Fernwanderweg E1 und wanderte auf diesem zur „ Alten

Taufe. Hierbei handelt es sich um einen großen Sandsteinblock mit einer flachen Vertiefung auf der Oberseite. Es wird erzählt, dass es noch nie vorgekommen sei, dass das Becken ohne Wasser gefüllt war. Man vermutet, dass heidnisches Brauchtum diesen Stein als Opferstätte gebrauchte. Menschen die hier geopfert wurden sind „über den Deister gegangen“ besagt ein bekanntes Sprichwort, wenn Menschen nicht zurückkehrten.

Auf dem Deisterkamm kamen die Wanderer an einer verlassenen Flugabwehr-Raketenstellung der Nato vorbei. Hier konnte Schefczyk detailliert die Aufgabe, sowie Aufbau und  Ablauf erklären. Er selbst hatte vor einigen Jahrzehnten in einer solchen Stellung Dienst gehabt.

Nach einem kurzen Abstecher vom E1 erreichte die Gruppe die Teufelskanzel. Das geschätzte Volumen des Wealdensandsteins beträgt ca. 37m³ Dann wurde die Sage vom Riesen erzählt, der dem Leibhaftigen nach dem Tod die Seele verkaufte um zu Lebzeiten die Vorherrschaft im Sünteltal zu bekommen. Selbstverständlich wurde der Riese vom Teufel übers Ohr gehauen und so soll er voller Wut die gigantischen Felsbrocken auf den Teufel im Deister geworfen haben. Man nennt dieses Gebiet auch Teufelskammer. Alte Taufe und Teufelskanzel sind als Naturdenkmäler geschützt.

Westlich des Normannturms wurde noch kurz der Teufelskammersteinbruch besichtigt aus dem der Hannoversche Maurermeister Constantin Nordmann die Steine für den nach ihm benannten, 1863 erbauten Turm bezog. Aus diesem Sandstein wurden auch das Welfenschloss und das neue Rathaus in Hannover erbaut.

Leider hatte die Turmschänke wegen Renovierung geschlossen, so dass eine geplante Einkehr entfiel.

Vom Nordmannsturm ging es zurück zum Ausgangspunkt am Bahnhof Kirchdorf.

Dort bedankten sich die Teilnehmer zum Schluss beim Wanderleiter für diese abwechslungsreiche und schöne Tour.

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