„Indian Summer“: Tageswanderung der SG Letter 05 im Weltwald Harz

Am 11.Oktober machten sich 16 Wanderer der SG Letter 05 auf den Weg zum Harz.

Ziel war diesmal der Weltwald Harz, früher auch „Arboretum Bad Grund“ genannt. Der etwa 100 ha große Waldpark – so erklärte der Wanderleiter Josef Schefczyk – ist ab 1975 auf der Fläche eines Sturmschadens durch die niedersächsischen Landesforsten angelegt worden, mit dem Ziel, Gehölzarten aus den gemäßigten Klimazonen der Erde unter unseren heimischen Bedingungen für eine waldwirtschaftliche Eignung zu testen. Dabei wurden nicht nur einzelne Gehölze, sondern ganze Waldgemeinschaften mit Sträuchern angepflanzt, um die Überlebensfähigkeit einzelner Gehölze zu erhöhen. Insgesamt wurden über 600 verschiedene Gehölzarten angepflanzt. Von ursprünglich 113.000 Pflanzungen hatten aber bis zum Jahr 2000 nur ca. 45.000 überlebt.

Die Wanderung begann bei leichtem Frühnebel im Asiatischen Teil, wobei die ersten schönen Laubfärbungen an Ahornbäumen zu beobachten waren. Die Wanderer fühlten in diesem Teil des Weltwaldes sofort, nicht im „eigenen“ Wald unterwegs zu sein und so war es hilfreich, dass viele Schilder vor den Bäumen ihren Namen verrieten. Nachdem der asiatische Teil verlassen wurde, und der letzte stimmungsvolle Nebel aus den Tälern sich auflöste, ging es in den östlichen Teil Nordamerikas. Hier standen auch einige Nadelbäume, die schon länger in Deutschland angepflanzt wurden, wie z.B. die Douglasie oder die Weymouthskiefer. Diese Hoffnungsträger für den deutschen Wald finden wir auch im Deister, erklärte Schefczyk. Im weiteren Verlauf ließ sich dann die Sonne blicken und der „Indian Summer“ mit all seinen leuchtenden Farben erschien.

An einer Nordamerikanischen Teich- und Sumpflandschaft wurde eine Pause eingelegt. Vorher wurde noch die lange Haltbarkeit von Särgen, die aus der Sumpfzypresse hergestellt wurden bestaunt. So soll es Särge gegeben haben, die mühelos 50 Jahre überdauert haben ohne zu verrotten.

Nach der Pause war dann auch der Europäische Teil, als kleiner Wald mit großen Nordmanntannen zu sehen, so wie ihn alle auch als Weihnachtsbaum kannten. Über den japanischen Blütenweg der besonders schön im Frühjahr anzusehen ist, erreichte die Gruppe den Mammutbaumweg im westlichen Nordamerikanischen Teil. Hier erklärte Schefczyk etwas über die Widerstandskraft des Riesenmammutbaums gegen Feuer, und das seine Zapfen erst nach einem Feuer ihre Samen freigeben und durch die fruchtbare Asche beste Bedingungen für ein Aufkeimen ermöglichte. Der voluminöseste lebende Baum dieser Art ist der „General Sherman Tree“ Im Sequoia-Nationalpark, Kalifornien. Er hat einen Stammumfang an der Basis von 31m, ist 84m hoch, hat ein Volumen von 1500m³ und wiegt ca. 2000 Tonnen. Sein Alter wird auf ca. 1900- bis 2500 Jahre geschätzt.

In diesem Teil des Waldes lag auch der der Erlebnispfad der erst 2012 entstanden war und den Wanderern auch einen kleinen Einblick in die Lebensweise der Indianer verschaffte, die in diesem Teil Nordamerikas lebte. Zum Einstieg wurde auch die Bedeutung eines Totempfahl für die Indianer und der Unterschied zu einem Marterpfahl erklärt. Durch den Mammutbaumwald und später vorbei an verschiedenen Nordamerikanischen Gehölzen führte der Weg über eine ca. 30m lange Hängebrücke zurück zum Ausgangspunkt. Ein schönes Highlight zum Schluss einer 3 ½ stündigen Wanderung.

Abgeschlossen wurde dieser schöne „Weltreise“ in einem Café in Bad Grund.

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