Fast – Ganz oben: Tageswanderung im Osterwald

„Der Osterwald ist dem Calenberger Bergland zugeordnet“, erklärte Wanderleiter Josef Schefczyk von der SG Letter 05 den mitgereisten elf Teilnehmern am Ausgangspunkt, dem Kloster Wülfinghausen. Das Kloster wurde 1236 als Augustiner Chorfrauenstift gegründet und gehört zu den fünf Calenberger Klöstern, die heute von der Klosterkammer Hannover verwaltet werden, auch das Kloster Marienwerder gehört dazu. Nach dieser kurzen Einführung wartete die erste sportliche Herausforderung auf die Teilnehmer. Bis zum ersten Zwischenziel, dem weißen Stein, mussten ca. 190 Höhenmeter mit zum Teil starkem Anstieg überwunden werden. Bei sommerlichen 20 Grad Außentemperatur wurde manchem Wanderer ordentlich warm. Zuerst aber wurde der Rand des Eldagser Steinbruchs erreicht. Vom oberen Rand bot sich ein eindrucksvoller Blick in das große und tiefe Abbaugebiet. Offensichtlich wird hier aber nur noch gelegentlich Kalksteinschotter abgebaut, Baumaschinen waren jedenfalls an diesem Tage nicht zu sehen. Nur wenig später erreichte die Gruppe den versteckt liegenden „weissen Stein“. Dieser befindet sich auf einer der nördlichsten Steilklippen Deutschlands in ca. 320m Höhe. Die Namensgebung soll nicht von dem hier stehenden, weiß angepinselten runden Stein oder von der weißen Kalksteinklippe kommen, sondern von dem geschichtsträchtigen Ort. Hier an diesem „weißen Stein“ sollen einmal Schwüre oder Gelübde abgelegt worden sein, somit der Name wohl von Weisheit abzuleiten ist, erklärte Schefczyk. Von der Klippe aus konnte man ein wunderschönes Panorama, eine weit reichende Aussicht über die Hannoversche- und Hildesheimer Region genießen. Sogar der Brocken im Harz war zu erkennen. Im weiteren Verlauf der Wanderung wurden unübersehbare Schäden an großen, teilweise oder ganz abgestorbenen Rotbuchen zu sehen, vermutlich waren hier die Folgen der Klimaveränderung mit den einhergehenden zu geringen Niederschlägen zu sehen. An gleicher Stelle war eine Wiederaufforstung zu erkennen, hier wurden junge Douglasien angepflanzt. Mit Erschrecken sah die Gruppe, das nicht nur das Klima, sondern auch der Mensch mit gewaltigen Forstmaschinen dem Wald arg zusetzte. Nach ca. 2,5 Std. Wanderung wurde das Tagesziel, der Fast erreicht. Das ist der höchste Punkt im Osterwald mit 419m Höhe. Hier wurde eine Pause eingelegt und ein Foto gemacht. Nach der Pause führte der Weg die Teilnehmer zum Naturschutzgebiet St. Avold. Mit 7ha Größe ist es ein sehr kleines Gebiet, das in einem ehemaligen Sandsteinbruch entstanden ist. Zwischen 1900 und 1964 wurde hier der Waeldensandstein abgebaut mit dem in Hannover bedeutende Bauwerke entstanden sind. Nach der Stilllegung füllte sich die Grube mit Wasser und es entwickelte sich ein besonderer Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Im Jahr 1985 wurde dieser Bereich zum Naturschutzgebiet erklärt. Nicht weit davon entfernt befand sich die „Sennhütte“, hier kehrte die Wandergruppe zum Mittagessen ein. Nach der Stärkung ging es über einen matschigen Pfad zur Drachenschlucht hinunter. Hier erzählte Schefczyk die Sage vom grausamen Lindwurm der jährlich eine Jungfrau verspeiste und dem tapferen Schusterjungen dem es mit einer List gelang, den Drachen zu töten. Von nun an ging es noch ein wenig hinab zum Waldrand und längs der Felder bis das Kloster wieder erreicht wurde. Das waren 14 Kilometer im Osterwald gab Schefczyk bekannt. Die Gruppe freute sich über diese schöne Wanderung und bedankte sich beim Wanderleiter bevor die Heimfahrt angetreten wurde.

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