Endlich wieder wandern!

Wanderleiter Josef Schefczyk von der SG Letter 05 freut sich, dass er nun endlich wieder die beliebten Wanderungen für die SG planen kann, die sowohl als Tagestour als auch unter dem Begriff „statt wandern“ als kleinere Ausflugsziele angeboten werden.

„Als ich mich als Wanderleiter im vergangenen Jahr vorstellte, hatte ich die Befürchtung, dass sich eine Wanderclique herausbildet. Aber dem ist nicht so!, teilte Schefczyk begeistert mit. Denn er wünschte sich, dass sein Angebot eine breite Masse von Interessenten erreicht auch diejenigen, die sich sonst nicht herauswagen. 56 verschiedene Mitglieder nutzten bereits das Abteilungsübergreifende vielfältige Angebot des erfahrenen Naturkundlers und alle waren begeistert über die vielen Dinge, Insekten und Tiere, die es zu entdecken gibt in Wald und Flur und über die Geschichten, die Josef Schefczyk lebhaft erzählt zu den Stätten die die Teilnehmer besuchen.

Am Donnerstag, den 10. Juni 2021 nahmen nach langer Pause neun Wanderwilligen die ersehnte erste Tagestour in Angriff. Ihr Ziel war das Naturschutzgebiet Walterbachtal im Deister, das mit seiner 100 m breiten Talniederung mit angrenzenden Auwäldern und den Bächen Lebensraum für viele Fische, Amphibienpopulationen bildet und auch als Brut-, Rast und Nahrungsbiotop für zahlreiche Vogelarten dient.

Die reine Gehzeit ohne Pause hatte Schefczyk auf 3 Stunden 45 im Vorfeld kalkuliert, denn die zu bewältigende Strecke war 8,5 km bei einem Auf-und Abstieg bis zu 180 m. Bei sonnigen warmen Temperaturen und guter Weitsicht genossen alle die abwechslungsreiche Wanderung durch Wald und Feld mit schönen Ausblicken ins Sünteltal. Unterwegs erklärte Josef Schefczyk den Wissbegierigen die Bedeutung von Naturschutzgebieten und zeigte auch Waldschäden durch Borkenkäfer. Im Walterbachtal gibt es eine selbständige Walderneuerung hier gilt das Motto „Natur,  Natur sein lassen!“ Man findet dort auch den gefleckten Schierling, ein wirklich giftiger Doldenblüter, der mit seinem Wirkstoff Pseudoalkaloid Coniin zu den giftigsten einheimischen Pflanzenarten zählt. Im ausgehenden 5. und im 4. Jahrhundert v. Chr. war die Hinrichtung durch den Schierlingsbecher in Athen üblich, sogar Sokrates soll mit einem Getränk des Schierlingsbechers der Sage nach hingerichtet worden sein.

Eine weitere gruselige Geschichte gab der Wanderleiter beim „Hexenloch“ (siehe Foto) zum Besten. Dort wurde im Mittelalter die „Wasserprobe“ exerziert, ein düsteres Kapitel des archaischen Elements der frühen der Rechtsgeschichte, die später auch zur Zeit der Hexenverfolgung als Hexenbad bekannt wurde. Die Proben wurden nicht nur mit kaltem Wasser, sondern auch mit mit heißen Wasser durchgeführt. Aus einem Kessel mit siedendem Wasser musste der Angeklagte zum Beispiel einen Ring holen, um seine Unschuld zu beweisen. Wenn die Wunden schlecht heilten, galt der Verdächtige als überführt. Neue abenteuerliche Geschichten gibt es dann am Sonntag, 20. Juni 2021 bei der Tagestour zur Teufelskanzlei. Treffpunkt ist um 10:00h an der SG-Geschäftsstelle, Nico-Flatau-Platz. Die Rückkehr ist gegen 16:30 Uhr geplant.Ein paar wenige Plätze sind noch frei. Wer dabei sein möchte, meldet sich bei Josef Schefczyk unter Mobil: 0151 21954099. Mehr Informationen zur nächsten Wanderung finden Wanderfreunde hier: https://www.sg-letter-05.de/wandertermine-juni-2021/.

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