14 Sportler*innen der SG Letter 05 bei Wanderung übern Deister gegangen!

14 Sportler*innen der SG Letter trafen sich bei herrlichem Wanderwetter am Sonntag, 24. April, zu einer gemeinsamen Wanderung über den Deister. Ausgangspunkt war diesmal der Bahnhof Springe.

Auf der historischen Passstraße „Hannoversche Heerstr.“ gab es einen ersten Halt. Hier erklärte der Wanderleiter Josef Schefczyk die historische Bedeutung dieser Straße. Sie verband die Ämter Wennigsen und Calenberg (Springe) miteinander. Der Anstieg für die Pferdekutschen war recht mühsam, daher gab es in Bredenbeck den Drosselkrug, und in Springe die Sophienhöhe als Ausspann und Einkehr. Bis zum Jahr 1760 war es die bedeutendste Passstraße über den Deister. Dann wurde die „Hamelnsche Chaussee“, (heute B217 über Steinkrug), durch Kurfürst- und König Georg III gebaut. Übrigens bedeutet „Heerstr.“ In der alt- mitteldeutschen Sprache eine breite Straße. Warum die Pferde gewechselt werden mussten, erfuhren die Wanderer am eigenen Leib, als der Aufstieg zum Deisterkamm erklommen werden musste.

Oben am „Taternpfahl“ angekommen gab es eine Verschnaufpause und eine Erklärung zur Bedeutung des Taternpfahls. An diesem mussten die „Tatern“ (Zigeuner) warten bis sie von berittenen Jägern abgeholt und in die Stadt begleitet wurden. Dort konnten Sie mehrere Tage ihrem Gewerbe der Kesselflickerei und Wahrsagerei nachgehen. Es war den Zigeuner nämlich bei Leib und Leben verboten die Städte ohne Begleitung zu betreten. Genauso wurden sie aus der Stadt begleitet und bei Hillingsfeld dem Stadtbüttel von Hameln übergeben.

Auf dem Weg hinauf zum Bielstein kamen die Wanderer an großen Beständen von Bärlauch vorbei. Frisch gepflückt wurde die aromatische, an Knoblauch erinnernde Pflanze direkt probiert. Am Bielstein angekommen, bot sich den Wanderern ein schöner Ausblick in Richtung Hameln. Hier wurde eine kurze Pause eingelegt.

An dem Gedenkstein Wöltjebuche vorbei, wurde nach einer weiteren Stunde der Annaturm erreicht. Hier oben auf dem Bröhn in 403m Höhe fand eine Mittagseinkehr statt.

Gut gestärkt ging es dann weiter auf dem Kammweg zum Radarturm. Hier erklärte Schefczyk die Bedeutung für die zivile Luftfahrt und das es in Deutschland nur sechs solcher Anlagen gab. Dazu machte er noch technische Angaben zur Funktion, Reichweite und Sendeleistung.

Bald darauf verließ die Gruppe den Kammweg und der Abstieg begann. An der ehemaligen Schleifbachhütte gab es einen kurzen Halt. Sie diente bis 1954 den Bergleuten des Süerßerbrink-Stollens als Waschkaue, Unterkunft und Pausenraum. Später wurde sie zur Unterkunft für Jugendgruppen ausgebaut und brannte 2016 aus.

Von dort wurde das schöne Schleifbachtal durchwandert. Der Name stammt von früher, als dort noch Schleifmühlen am Bach gestanden haben. Diese wurden für den Holzschliff verwendet.

Letzte Station der Wanderung war der sogenannte „Teufelssprung“. Hier erklärte Schefczyk die Sage von den Bergleuten die den Teufel vertrieben und dieser „über den Deister sprang“ und nie wieder kam. Den Zweiflern dieser Geschichte zeigte Schefczyk zum Beweis die hinterlassenen Fußabdrücke des Leibhaftigen im Felsengestein.

Wenig später wurde nach 16 km Wanderung der Bahnhof Egestorf erreicht. Alle Wanderer erreichten wohlbehalten das Ziel und Niemand war sprichwörtlich „über den Deister gegangen“.

Eine schöne Tour, da waren sich die Teilnehmer einig und bedankten sich beim Wanderleiter.

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