Leine-Zeitung (31.08.2017): Sportvereine klagen über frühe Hallenschließung

HAZWir möchten Euch den heutigen Zeitungsartikel (Leine-Zeitung, 31.08.2017) nicht vorenthalten:

Sportvereine klagen über frühe Hallenschließung

Der Arbeitskreis Seelzer Sportvereine kämpft dafür, dass die Hallenzeiten auf 23 Uhr erweitert werden. Davon hält die Stadtverwaltung wenig. Der Arbeitskreis bemängelt zudem die schlechte Pflege der Sportplätze durch den Betriebshof. Der Rasen werde zwar gemäht, das Schnittgut aber nicht aufgenommen.

Seit die Stadt die Reinigung der Sporthallen wieder selbst übernommen hat, müssen die Vereinssportler bis 22 Uhr die Hallen verlassen haben, bedauert Frank Schünke, Vorsitzender des Arbeitskreises der Seelzer Sportvereine. Dies stelle vor allem bestimmte Ballsportarten vor Probleme, deren Spiele keinem Zeitlimit unterliegen. „Für Tischtennis, aber auch Volleyball ist das problematisch“, sagt Schünke. Dies gelte verstärkt dann, wenn Punktspiele ausgetragen werden. Der Arbeitskreis ist die Schnittstelle der Seelzer Sportvereine und vertritt 25 Vereine mit gut 9500 Sportlern und ist unter anderem mit der Verteilung der Hallenzeiten betraut. „Damit ist fast jeder dritte Seelzer in einem Verein organisiert“, sagt Schünke selbstbewusst. Dennoch hätten die Sportler in der Verwaltung, aber auch in der Politik keine Lobby.

Für die Sportler sei die Situation insgesamt eher schwierig. „Wir haben nicht die Hallenkapazitäten, die wir eigentlich bräuchten.“ Besonders im Winter werde es eng, wenn klassischen Außensportarten wie Fußball bis zur D-Jugend ebenfalls in den Hallen wollten. Eine Expansion, etwa mit neuen Angeboten, sei so für die Vereine kaum möglich. Einschnitte gebe es auch durch die Ganztagsschulen, die die Hallen selbst bis 17 Uhr beanspruchten. Um wenigstens etwas Entlastung zu haben, will der Arbeitskreis Seelzer Sportvereine die Hallen bis 23 Uhr nutzen, sagt Schünke. Die Vereine seien auch bereit, etwaige Mehrkosten zu tragen. Die Stadtverwaltung verweist dagegen auf die Benutzungsordnung, die eben nur eine Zeit bis 22 Uhr für die Vereine vorsehe. „Eine Ausweitung der Nutzungszeit bis 23 Uhr würde zu Mehrkosten beim Energieverbrauch und zu Problemen und Mehrkosten – Nachtzuschlag ab 23 Uhr – bei der Organisation des Reinigungsdienstes führen.“ Die Verwaltung weist darauf hin, dass der Arbeitskreis weiterhin für den Schließdienst in den Sporthallen zuständig ist.

Sorgen bereitet den Sportlern auch die Pflege der Sportplätze durch den städtischen Betriebshof. Vor fünf Jahren sei die Regelung eingeführt worden, dass die Vereine 20.000 Euro zu den Gesamtkosten der Rasenpflege von 40.000 Euro beisteuern, sagt Peter Gebertshan aus dem Vorstand des Arbeitskreises Seelzer Sportvereine. Die Düngekosten von 6800 Euro seien eingespart worden, zwei Sportplätze in Harenberg und Almhorst seien aufgegeben worden, und die Vereine zahlten 7200 Euro an die Stadtkasse. Mittlerweile komme die Stadt ihrer Verpflichtung nicht mehr ordnungsgemäß nach: Der Rasen werde zwar gemäht, das Schnittgut aber nicht mehr aufgenommen. Grund sei der sogenannte Aufnehmer, eine eigene Maschine, die defekt sei. Der Betriebshof habe dieses Gerät nicht reparieren lassen wollen, sagt Gebertshan. Stattdessen seien Mähroboter ins Gespräch gebracht worden, die aber nach Einschätzung der Vereine für Sportplätze nicht geeignet sind. Die Stadt verweist darauf, das der Betriebshof nach einem festgelegten Plan die Sportplätze der Vereine mähe. „Grundsätzlich wird der Rasenschnitt nicht aufgenommen, nur in Sonderfällen erfolgt dies in Absprache mit dem Betriebshof.“ Zudem sei der Aufnehmer defekt, so dass eine Zeitlang der Rasenschnitt nicht habe aufgenommen werden können.

 

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